Deutsches, Dänisches – und ganz viel Farbe

Was ist eigentlich „very German“? Ein Bildband versucht, den deutschen Stil zu ergründen. Welche Farben dieses Land prägen, weiß Friederike Tebbe. Und Karsten R. S. Iversen zeigt Gebäude mit „good Vibrations“. Unsere Buchtipps.

Very German

Ein Schäferhund vor einem Regal voller Pokale. Eine vollvertäfelte Turnhalle. Die Traumschiff-Crew in strahlend weißen Uniformen. Dietrich Genscher mit gelbem Pullunder. Und Claudia Schiffer im Häkeldress: Sieht so deutscher Stil aus? Silke Wichert und Nina Zywietz sind in ihrem Band „The Germans. Stil und Ikonen einer Nation“ dieser Frage nachgegangen. Herausgekommen ist eine Sammlung unvergesslicher Bilder, die voller interessanter Details stecken – und unweigerlich persönliche Erinnerungen wachrufen. Es ist eine Bilderreise durch die neuere deutsche Stilgeschichte, die beweist: Die Deutschen sind viel besser als ihr Ruf! Nach der Lektüre weiß man endlich was das ist – „very German“.

Silke Wichert und Nina Zywietz – The Germans.

Stil und Ikonen einer Nation, teNeues, 224 Seiten, 39,90 Euro


 

Danish Dreams

Das königliche Schauspielhaus von Kopenhagen ist vielleicht außerhalb Dänemarks das bekannteste Gebäude des Architekturbüros Lundgaard & Tranberg – stellt es dem pittoresken Nyhavn doch einen sensationellen modernen Hotspot an die Seite. Das Architekturbüro gilt als eines der bedeutendsten Dänemarks. Der Autor Karsten R. S. Iversen, Herausgeber der Zeitung Politiken, zeigt mit seinem Buch, dass Lundgaard & Tranberg dazu in der Lage sind, Gebäude zu erschaffen, in denen eine besonders intensive Atmosphäre schwingt. Der Titel des Bandes lautet daher auch: „Vibrations“. Die Fotos hat der angesehene Architekturfotograf Markus Lindhe beigesteuert. Auf seinen Bildern kann man die nordische Tradition, in der die Gebäude stehen, ebenso gut erkennen wie den Willen der Architekten, das Bauen zu erneuern.

Karsten R. S. Iversen – Vibrations. A Portrait of Houses Designed by

Lundgaard & Tranberg Architects, Hatje Cantz, 272 Seiten, Englisch, 58 Euro



 

Ist alles so schön bunt hier!

Die Künstlerin und Philosophin Friederike Tebbe hat es sich zur Aufgabe gemacht, für Farben und ihre Wirkung zu sensibilisieren. Denn kaum etwas bestimmt unseren Blick auf die Welt so stark wie Farbe. So ordnet sie zum Beispiel unsere Umgebung. Seit 2001 betreibt Tebbe das Berliner Studio Farbarchiv, mit dem sie Architekten, Designer, Unternehmen und private Auftraggeber in Sachen Farbgestaltung berät. Jetzt sind Sie dran: Das Buch „Grün hören, gelb denken: Farbe verstehen“ fordert dazu auf, Farbe bewusst zu sehen. Es steckt voller Übungen, die Sie dazu bringen, Ihr eventuell eher konventionelles Farbverständnis über Bord zu werfen. Abgerundet wird der Band durch tolle Anwendungsbeispiele aus Architektur und Interior-Design. Wer nach der Lektüre noch Lust auf weiße Wände hat, ist selber schuld.

Friederike Tebbe – Grün hören, gelb denken: Farbe verstehen,

Jovis, 160 Seiten, 28 Euro